Journalisten gesucht
Als Backpacker durch Australien reisen und über alle Abenteuer berichten.
Online Journalismus Praktikum
Erfahrungsbericht Online Journalismus Praktikum
Anfang 2004 – Das Abitur rückte in greifbare Nähe und immer dringlicher stellte sich für mich die Frage: „Was kommt danach?“: Ein Work and Travel Jahr in Australien! Schon immer haben die Online-Medien eine große Faszination auf mich ausgeübt und ich wusste, dass ich etwas in diese Richtung machen möchte. Zwischen dem Ende der Schulzeit und dem Studium lagen ca. 3 Monate und da ich diese effektiv nutzen wollte, beschloss ich, mich für ein Praktikum zu bewerben.Zuerst muss man sich natürlich klar darüber werden, wo man sein Online Journalismus Praktikum machen möchte. Möglichkeiten gibt es in Australien nicht so viele. Ich war mir schnell sicher, dass ich meine ersten Erfahrungen bei Australien-Ausbildung sammeln möchte.
DIE BEWERBUNG
Da ich mich während meiner Schulzeit nirgendwo beworben hatte, war ich zuerst ziemlich hilflos, was das Work and Travel Jahr anging. Meine Hoffnung legte ich. An dieser Stelle muss ich ein großes Dankeschön an das Team von Australien-Ausbildung, denn dank der Hilfe habe ich schon im Voraus eine Menge nützlicher Tipps bekommen.
Ein kreatives Anschreiben und ein lückenloser Lebenslauf sind schon mal eine gute Vorraussetzung. Desweiteren werden bei der Online Redaktionen gerne Arbeitsproben gesehen, die jedoch nicht unbedingt dabei sein müssen. Hilfreich, um auf sich aufmerksam zu machen, sind solche Zugaben aber sicherlich. Dann noch eine Kopie des letzten Zeugnisses und – noch wichtiger – Bescheinigungen oder Zeugnisse von früheren journalistischen Erfahrungen. Dies hatte ich leider bei meiner Bewerbung nicht, denn dieses Praktikum sollte mein erstes sein, aber ich kann euch trösten – ein paar selbstgeschriebene Texte reichen auch.
Im Nachhinein hat mir meine Betreuerin gesagt, wie wichtig ihnen die Bewerbung gewesen ist. Sie meinte, dass man schon die meisten aussortieren konnte, weil sie Rechtschreibefehler machen.
ARBEITSBEREICHE
Als ich mein Praktikum begonnen habe, war ich ziemlich neugierig, was mich erwarten würde, denn eine richtige Vorstellung hatte ich ehrlich gesagt nicht. Die anfängliche Aufregung war jedoch ziemlich schnell vergessen, da ich ja ziemlich selbsständig arbeiten konnte. Ich wurde von den Vorgängerpraktikanten direkt online eingearbeitet (per e-mail).
Die Arbeitszeiten der Praktikanten bei meinem Sender waren flexibel, 8 Stunden am Tag, die ich mir entsprechend einteilen konnte.
Kleidungstechnisch würde ich sagen, dass man einfach normale Backpacker-Klamotten trägt. Wenn man ein bisschen über den die Firma Bescheid weiß, dann kann man recht locker in dieses Gespräch gehen. Wichtig jedoch ist zu wissen, dass man auch bei Australien-Ausbildung Leute interviewen muss, was auch kein Problem ist, da man ja eh als Reisender täglich die ganzen Backpacker Abenteuer hört.
Online-Redaktion
Man musste gewisse Bereiche der Internetseite betreuen und aktualisieren. Da geht ganz unkompliziert. Man kann sich selbst einloggen oder schickt die Beiträge einfach an die Redaktion. Man muss auch nicht täglich ins Internet, sondern gesammelte Berichte alle 3 Tage per E-Mail geschickt sind auch ok.
Redaktionen verschiedener Webseiten
Natürlich kann ich hier nur einen kleinen Einblick geben, denn es gab verschiedene Webseiten, für die wir gearbeitet haben. Hier musste man eine ganze Menge machen. Wichtig ist, dass man keine langweilige Texte schreibt, denn in den Medien ist Kreativität gern gesehen. Zum Beispiel tägliche Reiseberichte schreiben und dem Moderator schicken. Hierfür wurden auch öfters Interviews mit Leuten gemacht, die sebst Working Holiday Maker waren. Diese Interviews waren meistens sehr lustig, denn man wusste nicht, was einen erwarten würde und meistens kamen schöne Ergebnisse dabei heraus und das war, meiner Meinung nach, die tollste Aufgabe im Praktikum.
Dies war ein kleiner Einblick in unsere Aufgaben, damit ihr einen Eindruck bekommt, wie mein Tagesablauf ausgesehen hat.
MEINE EINDRÜCKE
Positiv:
Ich kann schon jetzt sagen, dass die positiven Eindrücke deutlich überwiegen werden! Wenn ich im nachhinein auf meine Zeit beim Sender zurückblicke und mich jetzt auch im Studium mit anderen unterhalte, die ein Praktikum im journalistischen Bereich absolviert haben, muss ich sagen, dass ich ziemliches Glück gehabt habe.
Bei mir im Sender sind wir Praktikanten wunderbar aufgenommen und betreut worden, denn den Mitarbeitern war klar, dass dank unserer Mitwirkung ein Großteil der Webseiten gestaltet werden konnte. Zu Beginn des Praktikums hat mich ein Redakteur angerufen und mir Infos über die Webseiten und unsere zukünftige Arbeit gegeben. Diese ist in Zusammenarbeit mit früheren Praktikanten entstanden und war sehr hilfreich bei der täglichen Arbeit. Immer wieder wurden wir mit Neuerungen versorgt, die wir per E-Mail erhielten. Dahinter hat eine Menge Arbeit gesteckt und auch wenn sich das vielleicht nach Schule anhört, bin ich begeistert davon gewesen, denn das gibt es meines Erachtens nicht oft.
Zudem hatten wir während der ersten 2 oder 3 Wochen Einführungen in die verschiedenen Bereiche. Uns wurden u.a. die technischen Dinge erklärt, die wir beachten müssen, wir wurden über die Geschichte von Australien-Ausbildung informiert und bekamen noch andere Infos. Auch hiervon bin ich sehr angetan gewesen, denn man hat sich nicht allein gelassen gefühlt, sondern konnte Fragen stellen und wurde gut betreut. Alles in allem muss man sagen, dass wir als Praktikanten sehr gut in die Abläufe der Redaktion integriert worden. Wir mussten den Redakteuren nicht nur über die Schulter schauen, sondern mussten selbstständig arbeiten, was mir sehr gut gefallen hat.
Auch das Betriebsklima war klasse. Wir haben alle gedutzt und man kam sich gleich akzeptiert vor. Mit den Moderatoren war es etwas schwer zu arbeiten, aber wir konnten ja oft Feedback abgeben und so hat sich die Zusammenarbeit auch mit der Zeit verbessert! Zudem waren die meisten sehr bemüht, uns (möglichst interessante) Arbeit zu beschaffen. Ich bin einfach begeistert von der Betreuung und der Art, wie wir behandelt worden, denn soweit ich weiß, ist das nicht selbstverständlich.
Negativ:
Als negativen Punkt könnte man natürlich anführen, dass die meisten Praktikumstellen im Journalismus (auch meine) nicht bezahlt sind. Nun, das hat natürlich zwei Seiten. Einerseits waren die drei Monate für mich schon recht teuer, so ganz ohne Unterstützung vom Sender und da man 8 Stunden am Tag arbeitet, denkt man manchmal auch, dass man Geld verdient hätte. Andererseits sammelt man natürlich eine Menge Erfahrungen und ein Praktikum in dem Bereich ist zum Teil schwer zu bekommen, dass man froh darüber sein kann, wenn man eins hat. Auch wenn es kein Geld gibt! Und ein gutes Zeugnis hinterher ist sowieso unbezahlbar! Ansonsten fand ich etwas negativ, dass ich manchmal mit meinen Entscheidungen ziemlich allein war und selbst entscheiden musste. Andererseits war das auch gut, denn ich wollte ja gerade dieses Praktikum um meine Selbsständigkeit zu prüfen. Ich habe die ganze Zeit überlegt, ob mir noch etwas anderes negatives einfällt, aber ich muss ganz ehrlich sagen – ich bin überfragt.
ZUM SCHLUSS
Als Abschluss meines Praktikums wurde mir ein Abschlussgespräch angeboten, was ich natürlich wahrgenommen habe. Dieses habe ich mit einer Redakteurin geführt, mit der wir Praktikanten ziemlich häufig zusammengearbeitet haben und die dadurch einiges von uns mitbekommen hat. Im ca. halbstündigen Abschlussgespräch war gegenseitiges Feedback gefragt. Ich durfte Kritik üben bzw. sagen, was mir besonders gut gefallen hat und sie wiederum hat mich beurteilt und mit mir über meine Chancen im Journalismus geredet. Dieses Gespräch hat mir eine Menge gebracht, denn ich habe so gelernt, wo eventuelle Schwächen liegen und wo meine Stärken sind. Dieses Gespräch war mir ziemlich wichtig, denn so konnte ich das Praktikum noch mal Revue passieren lassen. Zudem versprach sie mir ein Zeugnis, über das ich mich sehr freuen würde und das habe ich – als ich dieses zugesendet bekommen habe – auch wirklich!
ALLGEMEINE TIPPS
Während des Praktikums sind mir einige Dinge eingefallen, die manchen vielleicht etwas gefehlt haben, bzw. auf die man achten soll, damit ein Praktikum Spaß und Sinn macht. Hier möchte ich kurz darauf eingehen und vielleicht helfen euch diese Tipps auch etwas weiter?!
Initiative zeigen: Wahrscheinlich einer der wichtigen Tipps, den man beachten sollte, denn ansonsten kann selbst ein toll organisiertes Praktikum in die Hose gehen. Ich habe es oft erlebt, dass manche rumgemeckert haben, dass sie nichts zu tun haben. Im journalistischen Bereich ist es aber oft so, dass man die Arbeit nicht nur zugeteilt bekommt, sondern sie sich beschaffen muss. Eigene Ideen waren bei meinem Sender immer willkommen und sind auch meistens verwirklicht worden. Also nicht scheuen und nach Arbeit fragen bzw. eigene Ideen einbringen!
Schüchternheit abschalten: Falls ihr schüchtern seid, dann ist das entweder nicht der richtige Beruf für euch oder ihr müsst die Schüchternheit abschalten. Man muss auch beim Online Journalismus auf sehr viele Menschen zugehen und diese ansprechen und hier darf man nicht schüchtern sein, denn dann kann man hinterher keine Ergebnisse abliefern. Also versucht aus euch herauszugehen und genießt es, so viele Menschen kennenzulernen.
Nicht alles hinnehmen: Auch wenn man Praktikant ist, man muss nicht alles machen. Bei uns kam das soweit ich weiß gar nicht vor, aber wenn es mal irgendwelche Probleme geben sollte, dann muss man das ansprechen und nicht in sich reinfressen. Wir konnten sofort wenn wir zum Beispiel kein Interesse an einem Thema hatten, das per email an unsere Betreuerinnen schicken. Und wenn wir konstruktive Vorschläge bzw. Kritik hatten, wurden diese berücksichtigt.
Teamarbeit unterstützen: In unserer Online Redaktion hat alles auf Teamarbeit aufgebaut und ich denke, dass das auch in anderen journalistischen Bereichen der Fall ist.
FAZIT
Ohne es übertreiben zu wollen, aber das Praktikum war bisher die wichtigste Erfahrung, die ich für meine Zukunft gemacht habe. Ich habe so viel davon mitgenommen, womit ich vorher ehrlichgesagt nicht gerechnet hatte und habe tolle drei Monate gehabt. Klar gab es auch Momente, wo ich das ganze am liebsten hingeschmissen hätte, aber die waren wirklich sehr selten, zum Beispiel, als ich in einem Hostel 3 Tage keine Internet-Connection hatte und unbedingt einen Text abliefern wollte.
Ich kann es nur jedem, der in diese Berufsrichtung möchte, ans Herz legen ein Praktikum zu machen. Am besten sind natürlich mehrere Praktika bei verschiedenen Medien, damit man verschiedene Eindrücke bekommt. Ich habe viel Glück gehabt, denn dort hat man sich ausgiebig um uns gekümmert, was nicht überall so der Fall ist.
Pro: Erfahrungen fürs Leben, tolles Betriebsklima, abwechslungsreicher Arbeitstag, Zeugnis usw .
Kontra: (keine Bezahlung)
Empfehlenswert? ja

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